Die Pixhawk-Architektur ist bekanntlicherweise ja offen. Das führt zu einer großen Zahl von unterschiedlichen Modellen, Varianten und Derivaten. Für (Noch-)Nicht-Insider ist das Anfangs ziemlich verwirrend, zumal es den „Original“-Pixhawk, damals von 3DR, nicht mehr gibt.

Ich nehme selbstverständlich auch nicht in Anspruch, einen kompletten Überblick über die Pixhawk-Landschaft zu haben, aber hier möchte ich exemplarisch ein paar Varianten nennen.

Pixhawk 2.4.6: Pix32 von Holybro

Der Holybro Pix32 entspricht dem Pixhawk in seiner letzten Variante 2.4.6. Er kommt komplett mit einem Power Module und I2C-Splitter, dem üblichen Zubehör (Speaker, Switch) und ist vernünftig gefertigt. Gerüchteweise war wohl Holybro als chinesischer Auftragsfertiger schon früher für an der Pixhawk-Produktion mitbeteiligt. Der Pix32 ist unauffällig und tut das, was er soll: er funktioniert. Er ist in Deutschland bei synosystems mit der vorgeschriebenen EU-Gewährleistung erhältlich.

Pixhawk 2.4.8 („ebay“ und Chinalieferanten)

Der „Pixhawk“ 2.4.8 ist genau genommen kein Clon, sondern eher ein Derivat des originalen Pixhawks. Er wird äußerst günstig angeboten, weil bei diesem der Produzent alles weggelassen hat, was seiner Meinung nach nicht gebraucht wird. Das macht den 2.4.8 nicht per se schlechter, nur hat er dadurch ein paar Besonderheiten. Die redundante Stromversorgung über die Servoschiene ist z.B. fast nicht zu gebrauchen (0,7V Spannungsabfall statt 0,3V wie beim Original). Viele werden die redundante Versorgung allerdings nie brauchen oder verwenden, und damit den Unterschied natürlich nie bemerken.
Allerdings ist beim 2.4.8 ein Problem aufgetaucht: Es sind in den letzten Wochen Varianten im Handel, die, teilweise auch ohne darauf hinzuweisen, mit einem billigeren, unpräziseren Barometer bestückt sind (5607 statt 5611), also darauf achten. Das Problem ist, dass die gängigen Flightstacks das günstigere Barometer nicht erkennen und so die Messwerte falsch interpretieren. Das kann z.B. zu unvorhergesehen Effekten bei der Höhenkontrolle führen.

Pixhawk2 2.1

Das neueste Mitglied der Pixhawk-Familie ist der Pixhawk2 (genauer 2.1). Es handelt sich um eine völlig neue Entwicklung mit etlichen Verbesserungen (Antivibrationsaufhängung der IMU, mehrere Sensor-Redundanzen usw.). Er kommt aus Australien von proficnc. Der Pixhawk2 ist von Preis und Zielrichtung für den eher professionellen Bereich konzipiert, entsprechend ist er auch preislich höher angesiedelt (allerdings völlig angemessen). Seine Größe und sein Gewicht machen ihn aber nur ab einer gewissen Kopterklasse interessant, für kleine Kopter ist er eher ungeeignet. Im Moment (Stand Anfang 2017) ist er allerdings nur in homöopathischen  Mengen erhältlich.

Dropix

Der Dropix von Drotek aus Frankreich geniest einen guten Ruf. Es handelt sich hier um ein qualitativ hochwertiges Pixhawk-Derivat. Preislich über den anderen Clonen und Derivaten angesiedelt, kann er problemlos aus Frankreich direkt bezogen werden. Drotek ist auch bekannt für GPSe in guter Qualität zu vernünftigen Preisen.

AUAV Pixracer und AUAV2.1

Die AUAV-Linie wird in Bulgarien entwickelt und gefertigt. In der Szene recht gut bekannt, handelt es sich hier um einen Pixhawk-Nachfolger (Pixracer) bzw. ein Pixhawk-Derivat (AUAV2.1). Der AUAV2 (ohne das .1) wird nicht mehr produziert, wird aber noch oft gebraucht gehandelt. Der Pixracer wurde letztes Jahr mit enormen Erwartungen in den Markt gebracht, konnte meiner Meinung nach diese Erwartungen allerdings nicht wirklich erfüllen. Die Flightstacks (sowohl Ardupilot als auch PX4) taten sich mit den Verbesserungen, aber auch mit den Eigenarten des Pixracers bislang schwer. Es tauchen immer wieder größere oder kleinere Komplikationen auf. Meiner Meinung nach ist der Pixracer der gescheiterte Versuch, ein PX4-basierendes System auf dem Racermarkt zu etablieren.
Der AUAV2.1 wiederum sollte wohl nach den Problemen des Pixracers an den soliden Erfolg des eingestellten AUAV2s anknüpfen, die Liefersituation ist hier aber nach wie vor schwierig.

 

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